Narrenbaumstellen, Rathaussturm und Krabben atzen

Alljährlich gehört es zum Brauchtum der Krabbenaze, den Narrenbaum „zu anstöhender Fasent“ vor dem Rathaus aufzustellen. Kräftige Männer, die sog. Narrenbaumholer kommen mit dem Traktor und dem reich geschmückten Narrenbaum am jeweiligen Samstagvormittag vor das Rathaus gefahren. Narrenbaum Unter großem Hallo und den anfeuernden Klängen der Galgenvögel und des Musikvereins wird der Baum zuerst einmal in die Waagrechte gebracht. Nun kommt der eigentliche gestützter Baumschweißtreibende Teil, der Narrenbaum muss aufgerichtet werden. Ein erkleckliches Stück Arbeit wartet auf die wackeren Mannen, denn der Narrenbaum ist nach alter Sitte ein ziemlich langer „Kaib“, der das Rathaus mit seiner Spitze überragen soll. Nachdem die anwesenden Narren die „Lupfer“ mit laustarkem „narri, narro“ unterstützen und das „Rumple bumble Holderstock…“ skandieren, bedarf es nur noch eines letzten Rucks und das Symbol der Narrenherrschaft ist vor dem Rathaus aufgerichtet. Nun gibt es kein Halten mehr. Die Narren strömen unter wildem Geklepper ins Rathaus, um den Bürgermeister abzusetzen. Dies gelingt ihnen auch mit vereinten Kräften obwohl sich der Schultes hierbei nach Leibeskräften wehrt. Seine Waffen sind die spitze Zunge, mit der er die Narren geißelt und wie könnte es anders sein, die unverzichtbare Fasentspeisung, mit der er die Narren gnädig stimmen möchte. Die Narren übernehmen das Zepter, die Urkunde, das sog. „Documenti“ wird unterschrieben und beglaubigt, die Narrenherrschaft bis zum Aschermittwoch feierlich besiegelt.

OrtsvorsteherMetzger
Danach geht es zum Metzger, von den Narren nur zum „Wendelin"      genannt, denn nach der anstrengenden Tätigkeit brauchen die Krabbenaze und ihr Gefolge etwas herzhaft Fleischiges. „Gizig, gizig" schallt es vor dem Haus der Metzgerei Link und wenn sich der Meister endlich erweichen  lässt, strömen die Narren hinein in das Paradies der Würste und gebackenen Fleischkäse, lassen die Meister und ihre fleißigen Frauen hochleben und schwelgen im selben Moment von der wunderbaren Dorffasent und möchten das Schlaraffenland am liebsten bis Aschermittwoch nicht mehr verlassen.